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04.10.2018

Rosmarin - Das Liebeskraut

Brautkraut, Hochzeitsmaien, Hochzeitsbleaml, Brautkleid - All dies sind volkstümliche Namen für den Rosmarinstrauch, die auf die Bedeutung als Pflanze der Liebe hinweisen. 

Verwendung in der Küche

Wer hat nicht schon feine Grilladen, gewürzt mit den aromatischen, bekömmlichen, nadelähnlichen Blättern genossen? Der Rosmarinduft erinnert an gemütliche Abende im Freien und an den Urlaub am Meer. Auch zu Kartoffeln passen die würzigen Rosmarinblätter und Blüten.

Die keimtötenden, vor Oxidantien schützenden Blätter, konservieren Lebensmittel und machen fettige Speisen bekömmlicher. 

Botanik und Kultur

Vom Rosmarin existieren viele verschiedene Sorten, die sich in Duft, Wuchs und Frostempfindlichkeit unterscheiden. In unserem Klima ist der Rosmarin nur bedingt winterhart, da er ursprünglich in den Macchien des Mittelmeerraumes beheimatet ist. Deshalb ist die richtige Standortwahl im Garten wichtig. Er sollte in lockerer, humoser bis leicht sandiger Erde wurzeln können.

Der Rosmarin liebt es gerne leicht feucht, auch im Winter, verträgt aber keine Staunässe. Ideal steht er nahe einer Mauer oder Hauswand, in Süd- oder Westlage, damit er noch lange von der Wärmeabstrahlung der Steine profitieren kann. Die Anzucht mit Saatgut ist zeitaufwendig und bedingt warme Keimtemperaturen. Deshalb wird der Rosmarin vor allem durch Stecklinge vermehrt.

Im Winter schützt man ihn zusätzlich mit ein paar Tannenzweigen vor dem Frost und giesst ihn bei Trockenheit und milder Witterung ab und zu mit wenig Wasser. Auf Nummer sicher geht, wer den Rosmarin als Kübelpflanze kultiviert, ihn hell und kühl überwintert und ihm gelegentlich Wasser gibt, denn er verträgt keine langen Trockenperioden. Es sind viele verschiedene Sorten, in den Farben weiss, hellblau bis dunkelblau blühend und auch hängend wachsende, für Ampeln geeignete Exemplare, im Handel erhältlich.

Rosmarin kann das ganze Jahr geerntet werden, da die Pflanze immer grün ist. Will man einen Vorrat anlegen, trocknet man die Zweige schnell an einem schattigen, luftigen Platz. Der Name Rosmarinus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Meertau, ein Hinweis auf das heimatliche Vorkommen des Rosmarins in Küstennähe. So ist der «Meertau» ein mediterraner, ausdauernder Strauch aus der Familie der Lippenblütler, der bei entsprechendem Klima bis zu 2 m hoch werden kann. Seine Blätter sind nadelähnlich und ledrig. 

Geschichtliches

Im alten Griechenland wurde die Liebesgöttin Aphrodite mit Rosmarinzweigen bekränzt und auch die Römer ehrten ihre Venus mit dem Liebeskraut. Als die Germanen den Rosmarin kennenlernten, weihten auch sie ihre Göttin der Liebe, die Freya, mit dem Kraut. Seither schenken sich Liebende zur Bekundung ihrer Gefühle Rosmarinzweiglein. Oder machen Sie es wie der Bräutigam in manchen Gegenden von Bayern, tragen Sie am Tage Ihrer Hochzeit einen Rosmarinkranz, durch den Sie Ihren Daumen stecken und binden Sie Rosmarin in den Brautstrauss. Dies bringt Glück für die Ehe und das Paar wird mit Fruchtbarkeit gesegnet sein. Paare in Österreich legen sich einen Rosmarinzweig in die Hochzeitsschuhe und in der Altmark ziehen junge Burschen von Haus zu Haus und waschen den Mädchen die Füsse mit Rosmarinwein.

Auch für den Liebeszauber kennt man den Rosmarin, und manche heimliche Zeremonie wurde wohl mit Hilfe des Liebeskrauts abgehalten, um den geliebten Menschen an sich zu binden. Rosmarin ist aber auch eine Pflanze der Sehnsucht, der Trauer und des Todes. Es wird astrologisch sowohl der Liebesgöttin Venus wie auch Saturn, dem Hüter der Schwelle, zugeordnet. Tote wurden mit Hilfe eines Rosmarinzweigleins mit Weihwasser besprengt. In Italien geben die Trauergäste die mitgebrachten Rosmarinzweige ins Grab, damit der Verstorbene sicher den Weg ins Paradies findet.

So vereint der Rosmarin Trauer, Lebenslust und Freude. Sein würziger Duft kann uns beleben, anregen, uns aus der Versenkung holen – und wir finden wieder die Kraft, uns dem Leben und der Liebe zuzuwenden. 

Nährwertdaten

Rosmarin Werte pro 100g
Energie 62 kcal
Protein 0.80 g
Alkohol 0.0 g
Wasser 85.00 g
Kohlenhydrate 7.70 g
Nahrungsfasern 2.90 g
Fett 2.50 g
Wertvollste Vitamine C, E
Wertvollste Mineralstoffe Eisen, Calcium, Magnesium, Clorid

Quelle: Schweizer Nährwertdatenbank

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