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Zu Fuss in die Schule? Sicher schon! Oh nein, sicher nicht!

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11.11.2016 – 0 Kommentare

Sonntagmorgen am Frühstückstisch unterhält sich die Familie Meier über ein Flugblatt „Zu Fuss in die Schule“. Tim, stolzer Erstklässler in der Gemeinde Hintertuggingen, hat dieses Flugblatt von seiner Primarlehrerin erhalten, mit der Bitte es doch den Eltern abzugeben.

Mutter: „Ich finde es gut, dass Tim zukünftig zu Fuss zur Schule geht, er kann dadurch auch Freundschaften zu unseren Nachbarkindern aufbauen.“

Vater: „Wir lassen uns doch von dieser frisch gebackenen Lehrerin nicht vorschreiben, wie Tim zur Schule kommt!“

Mutter: „Fast alle Kinder bewegen sich zu wenig, sagt sie und da gehört auch unser Tim dazu. Bewegung sei die beste Medizin und dies bereits für die Kinder, sagt sie. Studien zeigen, dass Kinder, die zu Fuss zur Schule gehen, sich auch in der Freizeit mehr bewegen und dadurch praktisch nie übergewichtig seien. Du hättest halt auch zum Elternabend kommen müssen, dann wüsstest du das ebenfalls. Sie sagt auch, dass Kinder die zu Fuss in die Schule kämen fitter seien und erst noch weniger krank seien.“  

Vater: „Was die nicht alles erzählt! Ich finde Tim sollte schnurstraks zur Schule kommen und dafür fahre ich doch gerne mit meinem Auto.“

Mutter: „Es geht doch nicht darum, dass er möglichst schnell zur Schule kommt. Tim sollte auch die Gefahren des Verkehrs richtig einzuschätzen können und das lernt er auf dem Schulweg.“

Vater: „Paperlapap, dafür muss er sicher nicht zu Fuss zur Schule, das kann ich ihm auch erklären, er wird das wohl begreifen.“

Mutter: „Nein, das muss er selbst erleben, zudem ist er dann draussen in der Natur. Er kann sich künftig an Sonne, Wind, Regen, Schnee und Eis erfreuen, verschiedene Tiere beobachten und damit die Natur besser verstehen. Gibt es etwas Schöneres für Kinder als in eine Regenpfütze zu springen?“

Vater: „Jetzt hör aber auf, unser Kind kommt mir nicht mit nassen Hosen nach Hause. Ich fahre ihn weiterhin mit dem Auto zur Schule, das ist mir sonst viel zu gefährlich.“

Mutter: „Zu gefährlich? Weisst du weshalb es wohl für die Kinder zu gefährlich ist? Weil viele Eltern mit dem eigenen Auto zur Schule fahren und dadurch um diese Zeit viel zu viele Verkehr auf der Schulstrasse ist. Ich mache dir einen Vorschlag: Ich gehe in der kommenden Woche zwei-, dreimal zusammen mit Tim zu Fuss zur Schule und erkläre ihm, wo die Gefahren sind und schaue, dass er sich zurecht findet. Ich bespreche mich mit Müllers von nebenan und nehme deren Kinder gerade auch noch mit auf den Weg, so bilden wir einen ganz speziellen Elterntaxi – vielleicht macht das Schule in unserer Schule und andere Eltern von anderen Quartieren bilden ebenfalls neue Elterntaxis die zu Fuss unterwegs sind und später gehen vielleicht die älteren Kinder des Quartiers mit den jüngeren und uns Eltern braucht es dann nicht mehr, das sollte doch klappen.“

Vater: „Meine Frau die Weltverbesserin – ok, dann versuchst du es halt einmal.“

Autor: Lukas Zahner