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Fitnesshype und sportliche Fakten

24.01.2019 – 0 Kommentare

Wenn wir von „Sport machen“ sprechen, haben wir ein ungefähres Bild davon im Kopf, was dies bedeutet. Es hat etwas mit Gesundheit zu tun, denn sportliche Menschen sind ja bekanntlich gesünder und fitter. Die Ausgeglichenheit und der Bezug zum Körper sollen wieder hergestellt werden. Sportler haben athletische Körper und keine Gewichtsprobleme, sie leben den „healthy lifestyle“, tun sich selber etwas Gutes und sind glücklich. Mir schiesst gerade das Bild einer jungen, schlanken Frau in stylischer Sportbekleidung durch den Kopf, welche nach ihrem erfolgreichen Training glücklich ihren Smoothie trinkt. Aber ganz so einfach ist es dann schon nicht und im zweiten Moment gehen die Gedanken in die andere Richtung.

Dabei denke ich an die Anstrengung während des Sporttreibens und natürlich den Muskelkater danach. Das unangenehme Schwitzen, im schlimmsten Fall noch die Schweisstropfen in den Augen, was fürchterlich brennt. Das Müde sein danach nicht zu vergessen und natürlich den zusätzlichen Zeitaufwand. Somit habe ich wahrscheinlich die gängigsten Ausreden aufgeführt.

Ein Abwägen findet in jedem Fall statt. Doch die richtige und wichtige Frage sollte immer sein, warum möchte ich Sport machen. Ist es, weil ich nicht mehr mit mir zufrieden bin? Ist es, weil der Partner oder sonst jemand nicht mehr mit mir zufrieden ist? Ist es, weil der Arzt sagt, ich solle mich bewegen? Ist es der Wunsch nach einer Herausforderung? Ist es das Verlangen nach Abwechslung? Hier könnten noch viele weitere Fragen aufgeführt werden, doch wichtig ist, dass man sich diese selber fragt und ausformuliert. Und wenn ich weiss, warum ich Sport machen will kommt die nächste Frage: Welchen Sport mag ich überhaupt?

Vor bald zwanzig Jahren ging der Fitnesshype los. Alle rannten ins Fitnessstudio und fingen an, wie die Wilden zu trainieren. Darauf aufbauend haben sich etliche Fitnessideen entwickelt und einige Randsportarten fingen sich an, zu etablieren. Früher war das Fitness noch hauptsächlich von den Bodybuildern genutzt, doch auch diese Zeiten sind vorbei. Funktional Training, EMS-Studios, Yoga-Studios, Crossfit, etc. Was wir aber nicht vergessen dürfen ist, dass es davor schon andere Sportarten gab. Nicht jeder mag Fussball, Volleyball, Schwimmen oder Kunstturnen doch auch da gab es eine Entwicklung, welche eine Vielzahl an „neuen“ Sportarten hervorbrachte. Man kann sogar behaupten, dass der Sport immer mehr Teil unseres Lifestyles geworden ist. Ob am Morgen vor der Arbeit, über den Mittag, direkt nach der Arbeit oder etwas später am Abend, wir haben immer die Möglichkeit einen Kurs zu besuchen, einem geführten Training beizuwohnen und nicht zu vergessen, dass wir selber jederzeit alleine auch sporttreiben können. Outdoor Workoutstations, vierundzwanzig Stunden Fitnesscenter, Joggen, Schwimmen und vieles mehr. Das Angebot ist riesig, von Lachyoga über Parcours hin zur Leichtathletik, Pilates, Rugby und Klettern. Diese riesengrosse Auswahl lässt praktisch jeden etwas für mich finden. Und somit noch einmal zurück zu der Ausgangfrage: Welchen Sport mag ich?

Um die Antwort etwas zu vereinfachen gibt es ein paar Fragen, welche wegweisend sein können, denn trotz des Luxus der Vielzahl an Möglichkeiten, kann dies ebenso überfordern.

  • Mache ich Sport lieber alleine oder in einer Gruppe?
  • Mag ich es kurz und intensiv oder lange und ausdauernd?
  • Soll es monoton oder abwechslungsreich sein?
  • Bevorzuge ich indoor oder outdoor?
  • Möchte ich ein bestimmtes sportliches Ziel erreichen oder ist es „just for fun“?

Die Antworten helfen dir bestimmt, den richtigen Sport zu finden. Denn während der eine lieber Basketball spielt, geht die andere ins Yoga. Das grosse Angebot macht fast alles möglich.

Noch einmal auf das Anfangsbild vom gesunden Sportler zurückblickend, ein paar Fakten zum Thema Sport und Gesundheit:

  • Sportler sind im Allgemeinen weniger Verletzungsanfällig, da ihr Gewebe stärker ist, die Knochendichte höher und der Körper sich an Belastung gewöhnt hat. Was wir allerdings nicht vergessen dürfen ist, dass ein Amateur und ein Profisportler nicht dasselbe machen. Der Amateursportler trainiert im gesunden Rahmen um fit zu sein oder zu bleiben. Der Profisportler hat eine dauernde Leistungsverbesserung als Ziel und muss ans Limit, wenn nicht drüber hinaus. Deshalb sind Profisportler auch umgeben von einem Team bestehend aus Ärzten, Therapeuten, Beratern, etc. Diese Betreuung benötigt ein Amateursportler nicht.
  • Sporttreibende haben oft ein besseres Aufgaben-, Zeit- und Stressmanagement. Wer Sport treibt, hat Ziele vor Augen: Ob dies nun der Ausdauersportler ist, welcher zehn Kilometer in unter fünfzig Minuten schaffen möchte, der Handballer, welcher einen präziseren Schuss möchte oder der Kursteilnehmer im Yoga, welcher an der Perfektion einer Figur arbeitet. Somit lernt er selbst beim ausgleichenden Sport auch für das restliche Leben. Realistische Zielsetzungen und vor allem der Weg dahin, sind wertvolle Erfahrungen.
  • Daraus folgend leitet sich das Zeitmanagement ab, welches mit der Zielsetzung ebenso verbessert wird. Die Einschätzung wie lange eine Aufgabe oder ein Ziel dauert, wird unabsichtlich mittrainiert.
  • Dass somit der Stress gemindert wird ist klar, doch nebst dem besseren Planen hat der Sport auch direkte Auswirkungen in Bezug auf Stress. So ist Sport ein idealer Ausgleich zum Alltag, denn man kann den Kopf abschalten und sich für einen Moment von den Aufgaben und Problemen befreien. Emotionen können freigesetzt werden, Hormone werden produziert und man kann sich Abreagieren. Dies ist emotional gesehen sehr entspannend.
  • Weiter haben Sportler einen höheren Energiebedarf, deshalb sind die meisten Sportler auch nicht dick. Der Energiebedarf kommt zum einen durch die Bewegung, denn für jede Bewegung brauchen wir Energie und zum anderen durch die Muskeln, denn in den Muskeln wird die Energie gebraucht. Somit haben muskuläre Menschen einen höheren Energiebedarf und müssen mehr Energie durch Nahrung zu sich nehmen, als schlankere.

Es gibt noch weitere Punkte, welche dafür sprechen Sport zu machen: Sei dies die Verbesserung des Hautbildes, die sexuelle Standhaftigkeit oder das körperliche Wohlfühlen, wenn sich alle Muskeln nach einem Training wieder entspannen.

Doch jeder sollte für sich selber herausfinden, welche Vorteile das Sporttreiben hat und wie es ihn oder sie verändert.

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Severin Emmenegger hat seine grosse Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Basler liebt die sportliche Herausforderung – sei es für das persönliche Training oder in seinem Beruf als Fitnessbetreuer, Ernährungscoach, Leichtathletik- oder EMS-Trainer.

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