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Intermittierendes Fasten

Petra Müller

Genesende Arthritis-Patientin, die sich auf entzündungshemmende Ernährung spezialisiert hat.

Geschäftsleiterin & Initiantin von Food Movement, Betreiberin des Blogs Freakfood 

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15.04.2019 – 1 Kommentar

Vor vier Jahren las ich ein Buch, das mein Essverhalten grundlegend verändert hat: Das «Wirkkochbuch» von Leo Pruimboom, Daniel Reheis und Martin Rinderer. In diesem Basiswerk der sogenannten «klinischen Psycho-Neuro-Immunologie kPNI» findet man nicht nur Rezepte, sondern auch hochgradig spannende Wirkmechanismen unserer Nahrung als Medizin sowie andere wichtige Einflüsse auf unsere Gesundheit: u. a. Bewegung, Psyche, soziales Umfeld, Stress, Immunsystem und Evolution.

Da ich mit der Diagnose einer Entzündungskrankheit lebe (rheumatoide Arthritis), haben mich die Informationen zu Entzündungen am meisten interessiert. Schon auf Seite 41 erfuhr ich, dass nach jeder Mahlzeit die Entzündungswerte im Körper stark ansteigen und die Bauchspeicheldrüse fünf bis sieben Stunden benötigt, um sich wieder zu regenerieren. Konkret heisst das, dass mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag den Körper in einen Dauer-Entzündungs-Zustand versetzen.

Die Erklärung wird einem natürlich auch mitgeliefert: In der menschlichen Evolution ist gänzlich unbekannt, dass wir den ganzen Tag essen. Millionen von Jahre war es normal, dass Menschen sich bewegen mussten, um zu Nahrung zu kommen. Man ging auf die Jagd, Fischen oder Sammeln, bevor man essen konnte. Erst seit wenigen Jahrzehnten haben wir einen vollen Kühlschrank zuhause und Take Aways an jeder Ecke – wir müssen uns praktisch nicht mal bewegen, um etwas zu essen.

Die Kombination von Bewegung vor seltenen Mahlzeiten wäre also unser artgerechtes Verhalten. Wer sich vor jeder Mahlzeit bewegen mag (oder das Glück hat, einen «bewegten» Beruf zu haben), verhält sich artgerechter, als vom Bürostuhl 10 Schritte in die Küche zu laufen. Was die Entzündungswerte in unserem Körper angeht, kommt noch hinzu, dass diese am höchsten sind, je kohlenhydratreicher unsere Nahrung ist (man kennt hierfür den glykämischen Index).

Zur artgerechten Ernährung kann ich hier leider aus Platzgründen nicht näher eingehen. In Kürze kann ich dazu sagen: Die Qualität der Lebensmittel ist der wichtigste Faktor. Was ich persönlich innerhalb kurzer Zeit ohne Zwischenmahlzeiten erleben durfte war: Ich habe deutlich weniger Schmerzen.

Zu Beginn muss man etwas Tüfteln, welche Kombination an insbesondere Eiweiss und Fett ideal ist, um nicht von Hungerattacken heimgesucht zu werden. Sobald ich das für mich herausgefunden hatte, fand ich es in mancher Hinsicht angenehmer: weniger Schmerzen, klarerer Kopf, kein Stress mehr, dauernd gesunde Snacks bei mir haben zu müssen. Nicht ausgeschlossen ist, dass man dabei noch ein paar Kilo abnimmt.

Wenn man in diesem Zusammenhang an die wundersame Wirkung des Fastens denkt, so wird schnell klar: Dort erleben wohl viele Menschen schmerzfreie Tage, weil die per se entzündungsfördernde Wirkung von Essen ausbleibt.

Ob man nun längere essfreie Zeitfenster in seinen Tag einbaut und zum Beispiel das Frühstück weglässt (es gibt bekannterweise viele Menschen, die morgens nichts essen mögen) und so intermittierend gefastet wird oder ob man – wie ich – mal einen Versuch macht ohne Zwischenmahlzeiten: Ein Erfolg wird ziemlich sicher nicht ausbleiben.

Kommentare

anja

2. August 2019 - 15:17
Mein Favorit :-)