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Resilienz – wie man aus Rückschlägen das Beste macht

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15.08.2016 – 0 Kommentare

Der Begriff „Resilienz“ wurde ursprünglich in der Psychologie geprägt. Verstanden wird darunter die Fähigkeit, Krisen und Rückschläge als Anlass für die eigene Weiterentwicklung zu nehmen. Diese Krisen können sowohl körperlich (Krankheit/ Kranksein), psychisch (Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, spirituelle Weiterentwicklung) oder psychosozialen Ursprungs (Beziehungsthemen) sein.

In der Förderung der Resilienz geht es darum, den Menschen an den richtigen Punkten abzuholen, und die bio-psychosoziale Widerstandskraft auf eine gesunde, erweiterte Ebene zu heben. Hierzu bedient man sich unterschiedlichster Methoden und Verfahren. Gesprächs- und Verhaltenstherapie oder körperliche Aktivitäten gehören genauso zum Repertoire, wie mögliche Mikronährstoffsubstitutionen aus der modernen Medizin, Verhaltensempfehlungen aus den Gesundheitswissenschaften sowie Anwendungen aus den modernen und traditionellen Naturheilkundlichen bzw. komplementärmedizinischen Verfahren.

Eine positive, lebensbejahende Grundhaltung, Lebensneugier, Toleranz und Weitblick verhelfen dem Menschen eine vielversprechende Basis zur Förderung der Resilienz zu entwickeln. So einfach ist das…..oder…?

 

Wie kann die Resilienz gefördert werden?

Bioresilienz

Körperliche Ent-Spannkraft, Spannkraft sowie Aktions- und Reaktionsfähigkeit sind die Grundpfeiler der möglichen körperlichen Resilienz. Ein biologisches System wird stärker und widerstandfähiger, wenn das System auch biologisch (natürlich) gut genutzt wird. Unser System lebt von „Bewegung und Ruhe“, „Input und Output“, von „Rhythmen und Arhythmen“, sowie Ressourcen (genügend Bau-, Schutz- und Betriebsstoffen mit all ihren Zusatzstoffen).

Der Mensch lebt aus der Bewegung. Unsere Bewegungen sollten aus Bewegungen im Raum (also durch die Welt) und sog. innerer Bewegung (Gedankenbewegungen, Gefühle, Eindrucksverarbeitung) bestehen. Optimalerweise sollen diese Bewegungen zusammen, also in der individuellen Einheit Mensch ausgeführt und gelebt werden. Beispielsweise ein Spaziergang mit Gedankenbewegungen. Oder ein gefühlvoller Tanz? Sowohl äussere als auch innere Bewegungen sollten sich in einer persönlich individuellen Bandbreite abspielen. Dabei darf durchaus an die persönlichen Grenzen gegangen werden.

Das alte Sprichwort dass man „ist, was man isst“ beinhaltet viel Wahrheit. Unsere Ernährung bzw. Ernährungsgewohnheiten zeigt uns oft auf, in welchem Zustand wir uns befinden (gestresst, traurig etc.). In der Ernährung spielt die Qualität und die Zubereitungsform der Lebensmittel eine weitere wesentliche Rolle. Gute Produkte „unnatürlich auf- oder zubereitet“ stellen für den Körper „unnatürlichen“ Aufwand in der Zurechtlegung und Aufbereitung der Bio-Lebensquellen dar. Konservierungsstoffe und Geschmacksattraktoren aus der Chemieküche sind für unseren Körper nach wie vor „Fremdkörper“. Unser über viele tausend Jahre entwickeltes Genom ist sich an diesen merkwürdigen Trend des Hightechfood nicht gewohnt. Die Verarbeitungsbelastung ist hoch.

Psychische Resilienz – die Kraft sich immer wieder aufzurichten

Die Basis psychischer Widerstandskraft kann sich aus Prägungen, angelernten Mustern und Erlebnissen zusammensetzen. In der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass diese Resilienz sich zu etwa 40 Prozent aus der Genetik prägt, die restlichen 60 Prozent aus Umfeld, Prägungen und dem sich oft scheinbar daraus resultierenden Selbstbild.

Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich selbst kennenzulernen und realistische und profitable Möglichkeiten, sich wirklich selbst zu erkennen. Ein positiv realistisches Selbstbild ist eine solide Grundlage der eigenen Resilienz.

Soziale Resilienz

Die „Macht der Gruppe“ gehört wohl zu den bedeutsamsten Kräften, von denen der Mensch beeinflusst wird. Sozialer Austausch ist eine stärkende, reinigende und aufbauende Dynamik zur Förderung der Resilienz. Da der Mensch in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Gruppenzugehörigkeiten braucht und dies bedingt, dass der Mensch sich von einem sozialen Lernstück zum nächsten bewegt. Die Übergänge von der einen zur anderen sozialen Dynamik werden oft als persönliche Krisen interpretiert, da man eine neue Dynamik in sich zu integrieren versucht.

Idole, also Vorbilder, sind ein bedeutsamer Schlüssel für Kinder und Jugendliche, die Resilienzfähigkeit aufzubauen. So sind das, was wir über die Sinnesorgane durch die unmittelbare Umwelt erfahren, elementare Botschafter für ein lebendiges Erleben unseres „Ichs“ und unseres „Selbst“. „Kulturelle Epigenetik“ scheinen Schlüsselelemente unserer Resilienzfähigkeit zu sein.

Autor: Urs Gruber