Anmelden

Newsletter abonnieren

Sie sind hier

Der innere Schweinehund und wie man ihn vielleicht überwinden kann: Die 3-Minuten-Formel

Zum Kommentieren bitte anmelden

Einloggen

Passwort vergessen?
Neu bei Vituro? Hier kannst du dich als EGK-Versicherter oder als Nicht-Versicherter registrieren.
06.02.2018 – 0 Kommentare

Mein Gemüt weiss zurzeit nicht genau, ob es noch auf den winterlichen Tiefschlaf, oder bereits mit dem frühlingshaften Erwachen arbeiten soll.  Wenn ich dem Winter etwas abgewinnen kann, dann ist es dies, dass ich durch die früh einkehrende Dunkelheit Abends ja schon fast gezwungen werde, auf dem Sofa Platz zu nehmen, um es mir gemütlich zu machen. Ja – ich kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen.

Auf dem Sofa entspannt fühlt sich der innere Schweinehund anscheinend recht wohl – er breitet sich aus und signalisiert mir, dass mein Verhalten so genau richtig ist. Fein!

Kaum 5 Minuten nach dem Sofa-Suhlen meldet sich die innere Moral immer lauter zu Wort. Sie will mir einreden, was «man muss» und was «man nicht sollte». Bei letzterem höre ich mehrmals, ich sollte nicht meinem inneren Schweinehund Raum geben. Wie unangenehm - jetzt kommt noch die Moral...

Kurzerhand sucht mein Ego triftige Gründe, um meiner momentan phlegmatischen Qualität mehr Stabilität und Raum zu geben. «Ach, es ist doch schon dunkel und kalt und jetzt liege ich schon so bequem. Und – immer diese moralischen Vorschriften – niemand versteht mich und mein Erholungsdrang».

Ja – schon in der Jugend habe ich nicht verstanden, dass mir Eltern, Lehrer und andere Erwachsene ständig Vorschriften gemacht haben und mich dazu erziehen wollten, aktiv, bestrebend, «richtig» und moralisch korrekt zu sein.

Und plötzlich bemerke ich, dass ich in meinem Kopf lediglich die Personen mit dem inneren Schweinehund getauscht habe. Nun versucht dieser, mir einzureden, was denn gut für mich ist – genau in dies entgegengesetzte Extreme. Na toll.

Bei über lange Zeit trainierte Fertigkeiten wie z.B. Zähne putzen wird mein innerer Schweinehund anscheinend gar nicht gefragt, ob ich diesen Aufwand dreimal am Tag betreiben soll. Liegt die Überwindung des inneren Schweinehundes vielleicht im Training einer Fertigkeit? Und wenn dies so ist, wie überwinde ich die Trägheit der Argumente des inneren Schweinehundes? Die Hürde dürfte nicht zu gross sein. Also nehme ich mir nicht vor, jeden Abend statt mich zu entspannen, einen Marathon zu laufen.

Vor kurzer Zeit habe ich aber von der «3-Minuten-Regel» gehört. Diese Regel besagt, dass ich dies und jenes, was ich noch tun sollte und deren Erledigung nicht länger als etwa 3 Minuten dauert, doch gleich noch machen soll. Ich frage mal meinen inneren Schweinehund. «3 Minuten – na, das geht ja noch…also..». Nach Erledigung der einen und anderen «3-Minuten-Arbeit» bemerke ich, wie befriedigend und stimmungshebend dies ist. «Über den Tag verteilt und – Abends nach der Arbeit viele kleine Dinge erledigt - hab ich doch gut gemacht! Nun kann ich «chillen» - oder habe ich Lust auf mehr dieser stimmungshebenden Gefühle? Vielleicht noch etwas zu erledigen, das ich in 3 Minuten absolviert hätte..? Interessant, was nun in meinem Kopf abgeht. Liegt meine individuelle Wahrheit irgendwo zwischen dem inneren Schweinehund und der erlernten Moral und Haltung? Vielleicht. Auf jeden Fall ist es ein äusserst angenehmes Gefühl, dass ich – wenn auch mit einem kleinen Trick und kleinen 3-Minuten-Schritten - selbst über mich entscheiden kann und weder dem inneren Schweinehund, noch antrainierten starren Meinungen aus den Jugendjahren dienen muss. Ich darf entscheiden, was kurz- mittel- und langfristig gut für mich ist und dass ich weder der Vergangenheit noch dem aktuellen inneren Schweinehund folgen muss. SUPER!

Autor: Urs Gruber