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Was dir bei Stress wirklich hilft

Nicole Turtschi

Die ehemalige Leistungsportlerin arbeitet auf selbstständiger Basis als Personaltrainerin, leitet selbstentwickelte Gruppentrainings, coacht in Ernährung, betreut internationale Sportler und hält Vorträge.

Gründerin und Betreiberin von xung.
XUNG MACHT YUNG

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15.07.2019 – 3 Kommentare

Da ich mit sehr vielen gestressten Leuten in Kontakt komme, kenne ich ihre Sorgen, generell gesprochen ihr Verhalten und ihre Einstellungen. Gerne möchte ich dir mit diesem Text Lösungen bieten, welche ich bei Stress als sehr wirkungsvoll erachte – in kurzer Zeit schon!

Meine Beobachtungen

Die Arbeit, die Ausbildung, die Familie, der Partner, eine kranke Person, welche man pflegt, ein Verein (z.B. Musik) oder zu viele Dinge, welche man aufs Mal erledigen möchte oder zu viel Druck (welchen man sich selbst macht): Dies sind die häufigsten Gründe, welche ich als Stressfaktoren bei meinen Kunden beobachten kann. Allen voran die Arbeit. Ja, fast immer ist es die Arbeit oder die Kombination der Arbeit mit all dem, was man sonst noch so hat.
Ebenfalls habe ich festgestellt, dass gestresste Personen dann nicht den Faktor, welcher sie stresst, eliminieren oder ändern, sondern sich „Zeit verschaffen“, indem sie die Dinge, welche ihnen guttun würden, vernachlässigen.
Stress solle einer der Hauptgründe für Krankheiten sein, heisst es. Ich wage zu behaupten, dass dies nicht präzise genug formuliert wurde. Für mich ist es mehr der Umgang mit Stress, welcher ausschlaggebend ist.

Vielleicht kurz die Definition von Stress, damit wir uns alle vom gleichen Sprechen. Oftmals wird ja gesagt, dass man im Stress sei. Stimmt das wirklich? Stress bedeutet, dass die Ressourcen, welche man hat, die Anforderungen nicht bewältigen können. Wenn man also einen Text in 5 Minuten auf Spanisch vorsagen sollte (Anforderung), jedoch gar kein Spanisch spricht (keine Ressource).
Die Anforderungen können von uns selbst (ich will 10kg abnehmen) kommen oder von aussen (erledige mir dieses Projekt). Wenn man dafür nur 1 Woche (Ressourcen) Zeit aufwenden kann, kommt man in den Stress.

Hier nun meine Vorschläge, wie du dein Leben stressfreier führen kannst. Du musst dir die Zeit nicht nehmen, wenn du zu gestresst bist und hoffst, dass der Text gleich zu Ende ist. Dann willst du den Stress nicht loswerden. Wenn dir dieses Thema – deinen Stress loszulassen – wirklich wichtig ist, machst du dir Zeit. Punkt.

Meine Lösungen

Kurzfristige Lösungen (in der Stresssituation)
  • Lüfte deinen Kopf, geh raus an die frische Luft. Es ist egal, wenn es regnet oder schneit. Geh raus.
  • Konzentriere dich auf deinen Atem. Höre dir einfach beim Atmen zu. Eventuell magst du deine Hände auf den Bauch legen und spüren, wie dein Bauch rein und rausgeht.
  • Sei dankbar. Du kannst für das dankbar sein, was dir gerade lieb ist. Deine tolle Familie, unser schönes Land, deinen (einigermassen) gesunden Körper, eine Freundschaft, ein bequemes Kleidungsstück, eine unvergessliche Reise etc. Dankbarkeit aktiviert dein Herz und beruhigt dich somit.
  • Bewege dich. Einigen Personen hilft es, kurz „Dampf abzulassen“ indem sie einen Sprint hinlegen oder einige Sprünge machen; wiederum anderen hilft es, wenn sie einfach kurz alle Bereiche ihres Körpers bewegen, drehen, dehnen, kreisen (besonders den Rücken und den Nacken).
  • Bemerkenswerte Resultate kann man auch mit Augenübungen erzielen. Kreise deine Augen, bewege sie, schaue in die Ferne, fokussiere und defokussiere. Wir starren zu oft in die gleiche Richtung in der gleichen Distanz.
  • Trinke ein Glas Wasser (oder mehr), eventuell magst du etwas Zitrone reinpressen. Dies bringt Flüssigkeit (und damit Leistung) in deinen Körper
  • Eine wichtige Lösung ist, NICHT zu Stimulantien zu greifen. Stimulantien wie Kaffee, Energydrinks, verarbeitete Snacks wie Schoggi, Riegel, Güetzi, Fruchtschnitten, Chips, gesalzene Nüsse, Joghurt, Milchshake, Schoggidrinks, Kuchen, Knäckebrote, Brot, Süssgetränke, Kaugummis, Täfelis und Bonbons oder Alkohol, Zigaretten und Drogen (Liste nicht vollständig, aber du hast glaub ich verstanden, was ich meine), bringen deinen Hormonhaushalt durcheinander und schütten ebenfalls Stresshormone aus (u.a. Insulin) und sind KONTRAPRODUKTIV, um Stress zu beseitigen. Sie verursachen ihn! Zudem wirst du (nach dem kurzfristigen Energieschub) noch müder werden und wenn es dumm kommt, eine Sucht nach diesen Stimulantien entwickeln (ja, einen lieben Zwinker an dich, wenn du Kaffeesüchtig bist).

Stressreduktion auf Dauer, wenn man seine Situation nicht ändern will

  • Bewege dich regelmässig. Leichter Ausdauersport wie Jogging, Biken, Inline-Skating etc. bauen Stresshormone ab
  • Iss möglichst viel Gemüse, Früchte, Kräuter und wenn du dich auskennst Wilde Pflanzen. Diese haben eine wirklich unglaubliche Kraft, den Schaden, welchen der Stress in unserem Körper anstellt, wieder zu heilen. Iss jeden Tag mehrere davon – wähle deine Lieblinge in purer Form (ein Apfelkuchen zählt also nicht)
  • Sehe im Normalfall von verarbeiteten Nahrungsmitteln ab und fokussiere dich auf die eben erwähnten Lebensmittel. Unser Essen sollte uns fit machen, zum Leben bringen, nicht einfach füttern. Wir sind keine Abfallkübel für Öle, tierische Medikamente und extrahierte Stärken, oder?
  • Schliesse Frieden mit deiner Lage, wenn du sie nicht ändern willst (oder denkst, du kannst es nicht). Sehe den Stress als etwas Gutes an; sozusagen als deinen Motivator oder deinen Lehrer. Ohne Stress würden einige Leute weniger leisten. Vielleicht gehörst du auch zu diesen Personen (obwohl ich selbst nicht ganz sicher bin, ob unsere Gesellschaft nicht etwas fest auf Leistung aus ist)
  • Senke die Anforderungen an dich selbst, welche dir Druck machen. Ehrgeiz ist toll – in einem gewissen Masse. Ich wollte früher immer die beste sein und dachte, das sei WIRKLICH wichtig. Dass ich meine Lehre im dritten und meine Berufsmaturität im ersten Rang abgeschlossen habe interessiert NIEMANDEN. Auch nicht meine unzähligen Arbeiten, welche mit der Note 6 ausgezeichnet wurden. Dies ist nicht zum prahlen – aber wenn nicht mal diese Top-Noten beeindrucken, weshalb setzen wir uns dann so fest unter Druck? Es ist nicht nötig. Manchmal wird deine Prüfung viel erfolgreicher ausfallen, wenn du mit deinen Kollegen grillen gehst, anstelle die Wochen vor der Prüfung zu Hause täglich 4 Stunden durch zu büffeln und beim Lesen direkt schon den vorderen Satz vergessen.
  • Wenn du einfach zu viele Dinge hast, welche du erledigen solltest, mache dir eine Liste mit all den Punkten. Unterteile sie dann in eine Tabelle gegliedert nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Mache nur die Dinge, welche wichtig und dringend sind. Das Unwichtige und nicht Dringende streichst du. Nummeriere dann deine Aufgaben und arbeite sie Schritt für Schritt ab.
  • Lerne die Technik „Superbrain-Yoga“ nach Master Choa Kok Sui. Du gewinnst damit in einer Minute mehrere Stunden – jeden Tag! Es gibt darüber ein Buch oder ein Abendseminar mit Praxisteil und Hintergrundinfos.
  • Erstelle dir einen Zeitplan. Plane auch „Zeit für mich“ ein. Plane Zeit ein für die Dinge, welche du liebst.

Die dauerhaften, nachhaltigen Lösungen

Bewusstsein. Wenn du in deinem Alltag – in möglichst allen Situationen – Aufmerksamkeit übst (oder es zumindest versuchst, da es nicht ganz einfach ist zu Beginn), wirst du schnell merken, was dich stresst. Frage dich dann, weshalb es dich stresst (z.B. warum finde ich meinen Job so stressig?). Frage dich, ob es WIRKLICH sehr stressig ist oder du dir mit deinen Gedanken und Emotionen den Stress eventuell grösser machst? Ist der Stress tatsächlich da und du hast beispielsweise herausgefunden, dass du durch den wachsenden finanziellen oder wirtschaftlichen Druck auf deinen Arbeitgeber nun beim gleichen Pensum mehr erledigen solltest (was mit der gleichen Qualität in den meisten Fällen nicht immer möglich ist) als vorher? Wenn du gerne bei deinem Arbeitgeber bleiben möchtest (man MUSS nichts, man hat immer die Wahl. Es sind nur unsere eigenen Limitationen, welche uns sagen, wir müssen da bleiben weil wir beispielsweise sonst nichts finden), dann akzeptiere vorerst einmal deine Situation und sehe die positiven Dinge darin. Denn die gibt es immer. Meiner Meinung nach sollte man aber nicht einfach still bleiben. Es ist nicht fair, wenn einem Arbeitgeber die Kunden wichtiger sind als die Mitarbeiter oder die Mitarbeiter unter dem Wirtschaftsdruck leiden müssen. Wehre dich. Spreche mit deinen Vorgesetzten. Wenn diese sagen, man könne nichts machen (eventuell haben sie Angst?), dann versuche andere Wege. Schliesse dich mit deinem Team zusammen. Sucht bei den Sitzungen Lösungen, gehe eine Stufe höher zum Big Boss. Sei kreativ und stehe für dich (euch) ein – solche Menschen brauchen wir! Bist du für dich zum Schluss gekommen, dass du dies nicht kannst oder willst? Super, auch das hast du gut gemacht! Niemand hält dich davon ab, zu kündigen. Ich übernehme mit diesem Text keine Verantwortung für dich. Nimm mit deinen Entscheidungen und deinem Handeln die Verantwortung selbst in die Hand.

Eine weitere Lösung ist das tägliche Reflektieren. Was war gut? Was hat mir Freude gemacht? Was kann ich verbessern? Was hat mir nicht gefallen? Durch diese einfache Übung JEDEN Tag veränderst du dein Leben – das weiss ich. Lobe das Gute und stelle dir bei dem, was du verbessern könntest, vor, wie du es in Zukunft machen möchtest. Visualisiere dich, wie du das Richtige tust. So wirst du auch herausfinden, was du in deinem Leben für einen Ausgleich brauchst und was dir weshalb nicht guttut. Mit der Reflektion WIRST du es verändern. Man kann fast nicht anders, wenn man sich selbst jeden Tag ehrlich gegenüber treten muss.

Meditiere, verbinde dich mit dir selbst. Höre auf deine innere Stimme. Tue dies regelmässig, sooft es dir guttut in dem Rahmen, welcher dir gefällt. Mir persönlich gefällt die Meditation über zwei Herzen nach Master Choa Kok Sui am besten, sie erfüllt mich mit Ruhe, Frieden, Liebe und Klarheit. Ich bin effizienter und fokussierter. Auf meiner Webseite findest du einen Beschrieb zu dieser Meditation.

Schaue, dass deine Bewegung nicht zu kurz kommt. Hast du jede Woche mehrmals eine sportliche Aktivität im Programm? Du kannst auch einfach jeden Tag 30 Minuten Bewegung einbauen oder meine Tipps aus dem Blogbeitrag Fitness ohne zu trainieren befolgen, falls dir das zu viel ist.

Kommentare

annkathrin

2. August 2019 - 6:48
Favorit

r-kaeslin_885

2. August 2019 - 17:32
Mein Favorit Herzlichen Dank für die interessantenTipps.

marianne.sch_2862

2. August 2019 - 17:39
"Mein Favorit"