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Personal Trainings: was ist das, was macht man da und nützt es etwas?

Nicole Turtschi

Die ehemalige Leistungsportlerin arbeitet auf selbstständiger Basis als Personaltrainerin, leitet selbstentwickelte Gruppentrainings, coacht in Ernährung, betreut internationale Sportler und hält Vorträge.

Gründerin und Betreiberin von xung.
XUNG MACHT YUNG

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11.11.2019 – 0 Kommentare

Teil 1

Was genau ist ein Personal Training und was macht man dort? Wer geht so in ein Personal Training und was nützt einem das? Ist das eventuell auch etwas für mich? Erfahre in diesem Bericht die Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Was ist ein Personal Trainer?
Personal Trainer ist ein englischer Begriff und heisst nichts anderes als „persönlicher Trainer“ oder Betreuer/Coach. Eine persönliche Betreuung gibt es in sehr vielen Bereichen, jedoch wird es oftmals nicht Personal Trainer genannt.
In welchen Bereichen hat man einen Personal Trainer?

  • Sehr viele Sportler haben ihren persönlichen Trainer, welcher entweder mit ihnen zusammen trainiert oder ihnen Trainingspläne schreibt.
  • Wenn eine Person körperliche oder geistige Einschränkungen hat, trainiert sie mithilfe eines Personal Trainers.
  • In einigen Fitnesscentern werden die angestellten Fitnessinstruktoren (die, welche dir die Geräte zeigen und den Plan zusammenstellen) ebenfalls Personal Trainer genannt
  • Personen, welche gerne eine Sportart erlernen oder vertiefen möchten und das Fachwissen dazu nicht haben, können dies im Personal Training erlangen.
  • Personen, welche Motivationsschwierigkeiten haben, werden von ihrem Personal Trainer motiviert und stellen auf diese Weise sicher, dass sie regelmässige Trainings haben.
  • Wenn eine Person ihre Figur verändern möchte und selbst nicht genau weiss, wie sie dies am besten (oder am schnellsten) tut, macht es Sinn, sich von einem Personal Trainer Hilfe zu holen.
  • Ebenfalls wenn du deine Fitness (Ausdauer, Kraft, Koordination, etc.) nachhaltig und sauber aufbauen möchtest, macht ein geführtes und persönliches 1:1 Training Sinn. So auch nach Operationen.
  • Personen, welche bestimmte sportliche Ziele haben, suchen oft einen Personal Trainer auf (ich trainierte beispielsweise viele junge Männer, welche den Sporttest fürs Militär oder den Sporttest für die Polizeischule gut abschliessen wollten).
  • Wenn du nicht so gerne in einer Gruppe oder unter Leuten trainierst oder es dir unwohl oder peinlich ist oder du dich beim Sport unsicher fühlst, ist ein (netter) Personal Trainer(-in) sehr hilfreich.
  • Wenn du eine Krankheit oder Schmerzen hast, kann ein 1:1 Training super sein, da man genau das machen kann, was für DICH einfach machbar ist und dich weiterbringt. Ebenfalls wenn du beispielsweise gezielt einen Muskel (z.B. den Beckenboden, damit es nicht „rünnt“) trainieren willst.

Für wen ist ein Personal Training geeignet?
Grundsätzlich konntest du ja hier oben schon mal eine gute Übersicht gewinnen. Wie du merkst, ist das 1:1 Training in so vielen Bereichen anwendbar und deckt damit sehr viele Personen ab. Es ist auch nicht so, dass nur „reiche“ Personen ins Personal Training gehen – beispielsweise übernimmt die IV teilweise recht lange die Trainings, damit Personen wieder in die Arbeitswelt eingegliedert werden können. Auch bezahlen Stiftungen oft Anteile oder die vollen Beträge für persönliche Trainings, wenn eine Person die finanziellen Mittel dazu nicht hat und ihr die Trainings wirklich helfen würden.

Ich persönlich habe Kundschaft in allen Alters-, Wohlstands- und Motivationsklassen. Einige sind sogar jünger als ich, mein ältester Kunde ist mittlerweile 73 Jahre alt, einige sparen sich jedes Training zusammen und andere empfinden die Trainings als günstig. Bei mir ist der Anteil von Frauen und Männern recht ausgeglichen und die Motivationen variieren von abnehmen bis Muskelmasse aufbauen wollen über fitter werden oder die Beweglichkeit fördern. Oft habe ich auch Frauen, welche sich unsicher fühlen oder nicht gerne von anderen beurteilt werden. Ebenfalls betreue ich Sportler von Spitzenniveau (Weltspitze), über Behindertensport, Hobbysport bis hin zu Jugendlichen und sogar Kindern.
Die Arbeit als Personal Trainerin ist so abwechslungsreich wie die Kundschaft selbst. Natürlich gibt es aber auch Personal Trainer, welche sich in einer Sportart, einer Disziplin oder einem speziellen Bereich spezialisieren.

Was macht man in einem Personal Training?
Hier kommt es darauf an, in welchem Bereich von Personal Training man sich befindet. Wir nehmen hier als Beispiel ein Training bei mir, welches man auch eine Stunde Konditionstraining nennen könnte.

Ein guter Personal Trainer macht beim ersten Training eine Anamnese (Bestandesaufnahme des Kunden) und je nach Zusammenarbeit noch Leistungstest. Ich schaue mir immer beim ersten Training ganz gründlich den ganzen Körper und das Wesen der Person an: Wie ist die Körperhaltung, wie ist die Gangart, wo ist welche Muskulatur schon ausgeprägt und wo muss sie gezielter trainiert werden oder an welchen Körperstellen treten Schmerzen auf oder befinden sich unerwünschte Fettpölsterchen. Die Gelenkigkeit und die Beweglichkeit sowie Kraft, Ausdauer und Koordination des Kunden werden geprüft, damit eine Planung erstellt werden kann, wann man im Training welchen Schwerpunkt setzt.

Ich mache mit meinen Kunden oftmals auch den FMS (functional movement screen, das ist ein Test, welcher den allgemeinen Zustand des Körpers spiegeln), welchen ich dann von Zeit zu Zeit erneut teste, um Fortschritte zu messen.
Das wichtigste für mich als Trainer sind die Gespräche in den Trainings. Wenn man sich beispielsweise 1 Mal pro Woche sieht, baut man schnell eine Beziehung zueinander auf und kann sich so gut auf die Bedürfnisse des Kunden ausrichten. Während einem „normalen“ Training mache ich mit meinen Leuten immer ein funktionelles Aufwärmen, welches sie auf das vorbereitet, was wir später im Training auch effektiv trainieren werden. Es macht keinen Sinn, bei einem Krafttraining 10 Minuten Joggen zu gehen.
Vielleicht ist es an dieser Stelle für den Leser noch wichtig zu wissen, dass alle meine Trainings immer draussen stattfinden – bei jeder Witterung. Nach dem Aufwärmen (nehmen wir mal an ich beschreibe dir hier ein all-in-one-training), mache ich mit den Leuten Schnelligkeit. Dies, damit sie in ihrem Alltag schneller werden und sich ihre Reaktion verbessert. Danach verhilft ihnen der Schnellkraft-Teil zu mehr Power im Alltag und lässt Muskeln schnell stärker werden und Fett schmelzen. Im Anschluss machen wir einen Kräftigungsteil, welcher einen grossen Anteil an Rumpftraining enthält. Die Übungen machen wir entweder zusammen (ich finde, der Trainer sollte immer mithelfen, wenn er nicht gerade den Kunden instruieren oder kontrollieren muss) oder abwechselnd oder der Kunde wird vom Trainer gestützt/gehalten etc.
Ganz am Schluss mache ich mit den meisten noch einen Ausdauerteil, welcher jedoch (ausser bei Ausdauersportlern oder solchen, welche sich auf einen Lauf/Marathon vorbereiten) nicht sehr lange ausfällt. Ich persönlich finde, dass Ausdauer der Teil ist, welcher die Leute selbst zu Hause am einfachsten trainieren können. Während des ganzen Trainings baue ich immer wieder Koordinations- und Gehirnübungen ein, welche auch den Fortschritt auf dieser Ebene gewährleisten.
Bei mir sind die Trainings jedes Mal anders – egal in welchen Abständen der Kunde kommt. Auch müssen die Trainings fordernd sein (aber eben genau auf das Niveau des Kunden angepasst), so dass sich beim Kunden auch überhaupt etwas verändern kann. Es kann aber auch sein, dass ich eine Person nur 1 Mal pro Monat oder alle drei Monate (z.B. bei Sportlern oder solchen, welche sich gut selbst motivieren können) sehe. Dann bereite ich einen Trainingsplan vor, welchen sie dann zu Hause ausführen. Ich passe die Dauer des Planes, die Häufigkeit, welchen sie ihn ausführen und die Mischung der Trainings (Bereiche Kraft, Ausdauer, Koordination etc.) an die Bedürfnisse und den Alltag des Kunden an. Dann besteht die Trainingsstunde mehr oder weniger daraus, den Plan mit der Person zu trainieren, ihr dabei Notizen zu schreiben, auf was sie speziell achten muss und ihre Haltung zu korrigieren und allenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Bei Personen mit Einschränkungen (körperlich oder psychisch) passe ich die Trainings einfach an deren Möglichkeiten an und versuche, viele Übungen immer wieder zu bringen, damit sie sich in Gewohntem steigern können und nicht überfordert werden.

Dies war der erste von zwei Teilen aus über Personal Training. Lese im nächsten Beitrag, wie teuer Personal Training ist, wie man einen guten Trainer erkennt und ob es überhaupt etwas nützt.

Alles Liebe, Nicole Turtschi, Personal Trainerin Xung macht Yung