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Die Unterschiede

Severin Emmenegger hat seine grosse Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Basler liebt die sportliche Herausforderung – sei es für das persönliche Training oder in seinem Beruf als Fitnessbetreuer, Ernährungscoach, Leichtathletik- oder EMS-Trainer.

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25.03.2019 – 1 Kommentar

Wenn ihr mit einer neuen Sportart angefangen habt und das erste Training vorbei ist, kommt bald einmal die Frage auf, ob es das Richtige ist. Fühle ich mich wohl, macht es Spass, ist es meinem Niveau angepasst etc. Dazu einen kleinen Exkurs indem ich anhand von drei Beispielen aufzeigen möchte, wie gross die Unterschiede innerhalb der gleichen Sportarten sein können.

Fitnesscenter:
Fitnesscenter ist nicht gleich Fitnesscenter. Es gibt massive Unterschiede in der Betreuung, bei den anderen Gästen und der Ausstattung. Gerade in den ländlichen Gegenden gibt es oft kleine Center, welche familiär geführt werden. Dort steht neben dem Training auch das Soziale im Vordergrund. Wer rein auf Sport aus ist, kann da eher falsch sein. Jedoch für die, welche gerne am Dorftratsch teilhaben und sich mit den Nachbarn unterhalten wollen, ist dies super. Gerade für neu zugezogene ist dies eine gute Gelegenheit, die Nachbarschaft kennenzulernen und sich zu integrieren. Umso grösser die Ortschaft wird, desto grösser wird auch das Angebot von Fitnesscentern. Da ist dann die Auswahl wichtig, weil sich nebst den sozialen Aspekten auch das Angebot im Fitnesscenter selber etwas ändert. Kurse und Geräte können genauso variieren, wie die Öffnungszeiten und das Personal. Auch kann es unpersönlicher werden, was für manche von Vorteil ist. In den Städten gibt es dann oftmals die grossen Fitnesscenter, welche bis zu vierundzwanzig Stunden offen haben, praktisch keine Betreuung haben und sehr unpersönlich sind. Doch auch dies hat Vorteile. Man kann zu jeder Tageszeit trainieren, muss sich nicht am Tratsch beteiligen und wird nicht dauernd mit Schwatzen vom Training abgehalten. Zudem bietet eine grössere Trainingsfläche mehr Möglichkeiten für ein vielseitiges Training. Doch bitte passt auf, dass ihr auch in Fitnesscentern ohne Betreuung jemanden habt, der euch einführt und die Übungen und Maschinen erklärt. Für diesen Zweck ist ein Personaltrainer eine gute Sache. Schlussendlich kann man für sich selbst entscheiden, welche Art von Fitnesscenter man mag und es ist sinnvoll, mehr als eine Möglichkeit auszuprobieren, bis man das Richtige gefunden hat.

Sportcenter:
Sportvereine sind da ganz ähnlich. Ob Gruppensport oder Einzelsport, trainieren wird man immer in einer Gruppe oder zumindest mit einem Trainer. So kennt man auf dem Land schnell das Ganze Dorf durch die Vereinsangehörigkeit, was natürlich soziale Vorteile bringt, jedoch nicht immer im Fokus des Sports steht. In der Stadt wird man zwar auch viele neue Leute kennenlernen, jedoch ist man etwas anonymer und sieht die Trainingskollegen nicht bei jedem Samstagseinkauf. Was bei den Vereinen eine grosse Rolle spielt, ist die Teamdynamik und der Trainer. Kommt man in einer Trainingsgruppe nicht mit den Leuten klar und findet seinen Platz in der sozialen Hierarchie nicht, macht das Trainieren langfristig keinen Spass. Genauso sollte man einen Trainer haben, welchen man versteht und mag. Ansonsten verleidet einem der Sport schnell und man geht nicht mehr lange in das Training. Doch mittlerweile hat fast jedes Hundertseelenkaff seine eigenen Sportvereine, somit kann man auch getrost ins Nachbarsdorf oder zu dem lokalen Konkurrenzverein gehen, falls das Angebot und die Gruppe für einen nicht stimmt. Auch da rate ich, verschiedene Trainingsgruppen auszuprobieren um die Richtige zu finden.

Kurse: 
Bei Kursen wie beispielsweise Pilates ist es ebenfalls ähnlich. Stimmt die Gruppe und die Gruppendynamik? Verstehe ich den Kursleiter und mag ich ihn oder sie auch? Sind die Zeiten passend und komme ich mit dem Niveau klar? Alle diese Fragen muss jeder für sich selber beantworten. Und auch da gilt, das Angebot wächst stetig. Also schaut euch mehrere Möglichkeiten an, probiert aus, was für euch passt und Spass macht.
 

Mit der wachsenden Vielfalt an Sportarten, Lifestyles und Möglichkeiten sich zu bewegen, wird es für manche schwierig, das Richtige zu finden. Die Qual der Wahl oder auch die Überflutung an Optionen sind nicht immer ganz einfach zu meistern. Doch wer sagt, dass man nur etwas machen darf? Klar, wenn ihr das Ziel Weltmeister zu werden habt, ist es sinnvoll, sich auf eine Disziplin oder Sportart festzulegen, jedoch wer hauptsächlich um Spass zu haben und um fit zu werden / bleiben trainiert, kann auch variieren. Wieso nicht mit Fitness anfangen, danach Fechten, Kickboxen, Yoga und irgendwann über das Kunsteislaufen zum Badminton gelangen? Hauptsache, ihr habt Spass, fordert euch und vor allem bewegt euch. Klar, alles aufs Mal wäre zu viel, doch eins nach dem Andern sollte gut möglich sein. Immer der Nase und dem Spass nach sollte die Devise sein. 

Aufpassen sollte man trotzdem gut, vor allem wenn man einen Vertrag unterschreibt. Viele Verträge haben unangenehme, versteckte Bedingungen, welche es zu beachten gilt. Der Klassiker ist das automatische Verlängern bei Nichtkündigung bis zu einer gewissen Zeit vor Vertragsablauf. Oder zusätzlich versteckte Kosten, welche man im Nachhinein bezahlen muss. Schaut euch die Verträge genau an, fühlt euch frei etwas daran zu ändern und sucht das Gespräch. Gerade mit dem steigenden Angebot sind alle Kursleiter, Fitnesscenterbesitzer und andere Inhaber von Sportangeboten auf Kunden angewiesen und werden euch normalerweise entgegenkommen und den Vertrag anpassen. Die beste Argumentation für euch wird immer sein: Wenn sie mir nicht entgegenkommen und diese Klausel aus dem Vertrag anpassen, gehe ich woanders hin. Dies gilt natürlich nicht für die Preise und für die normalen Bedingungen. Aber Vorsicht sollte geboten sein. Lasst euch nicht ein- oder beschränken und verfolgt immer das, was euch Spass macht. Denn so werdet ihr am meisten Erfolg und eine gute Zeit haben.

 

 

Kommentare

vreni

4. August 2019 - 13:57
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