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Das Prinzip des Bestmöglichen

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28.06.2019 – 0 Kommentare

Es kann nie mehr als das Bestmögliche aus einer Situation gemacht werden. Dieser Umstand ist die Grundlage für mein Tun. Wenn ich in rund einem Monat am Start meines Abenteuers in Turin stehe, gehen damit acht Monate Vorbereitung zu Ende. Ich habe in der Vorbereitung mit dem Fokus auf die Leistungsfähigkeit vieles geschafft,  aber es gibt auch einiges, was ich nicht umsetzen konnte. Im Bereich des Trainings, des Materials, der Ernährung, etc. gibt es immer noch Dinge, die ich besser hätte machen können. Es liegt in der Natur der Sache, dass man schlussendlich nie perfekt vorbereitet sein wird.

 

Ein Rennen wie das Northcap4000 besteht aus so vielen Komponenten, die sich gegenseitig beeinflussen, dass es unmöglich ist, alles perfekt zu machen. Das entscheidende für eine Top-Performance ist, dass man aus den Gegebenheiten das Bestmögliche zu realisieren versucht. Dies bezieht sich nicht nur auf die Vorbereitung, sondern auch auf das eigentliche Rennen. Bei einem platten Reifen z.B. benötigt man Zeit, um ihn zu reparieren und es gehen wertvolle Minuten «verloren». Wenn es einen Tag lang starken Gegenwind hat, kann man das angestrebte Tageskilometersoll nicht erfüllen. Diese Zeit oder die nicht gefahrenen Tageskilometer kann man nie mehr aufholen. Es zahlt sich nicht aus, in solchen Fällen Energie damit zu verschwenden, sich darüber zu ärgern oder anderweitig gross Emotionen aufzuwenden. Im Gegenteil: Meist schmälert sich die Performance dadurch zusätzlich. In den letzten Monaten habe ich darauf geachtet, dass ich viele unterschiedliche Situationen ausprobierte und somit sehr viele Erfahrungen gesammelt habe. Im Rennen selber habe ich mir vorgenommen, situationsgerecht zu agieren. Nicht nach einem im Voraus gemachten Plan, sondern den Umständen entsprechend eine Taktik zu entwickeln und meine gesammelten Erfahrungen dazu als Richtwerte zu gebrauchen. Es gilt nicht, Idealen nachzueifern, sondern unter den bestehenden Voraussetzungen gut zu performen.

 

Dieses Prinzip ist für mich nicht nur im Sport wichtig, sondern auch bei der Arbeit, in meinem ganzen Leben. Jeder Mensch hat seine Stärken und ich finde es erstrebenswert, dass jeder für sich selber danach strebt mit diesen Stärken das Bestmögliche zu machen. Meine Erfahrung ist, dass man damit sehr erfolgreich sein kann. Mein Ziel, das Rennen in 14 Tagen zu schaffen, basiert auf gewissen idealisierten Voraussetzungen. Wenn diese eintreten, kann ich dieses Ziel erreichen. Spielt aber das Wetter zum Beispiel nicht mit und es hat tagelang Gegenwind, so ist es ein utopisches Ziel. Auf der anderen Seite kann es auch viel besser laufen und die 14 Tage sind ein zu tief angesetztes Ziel.

 

Wenn ich bei der Globusskulptur am Nordkap ankomme, möchte ich auf das Rennen zurückschauen und sagen können: «Das war das Bestmögliche, was ich machen konnte. Ich habe auf alle Herausforderung die richtige Antwort gefunden und entsprechend gehandelt.» An diesem Prinzip werde ich mein Resultat messen.