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Wie kann ich sportliche Herausforderungen angehen?

Der 35-jährige Sonderpädagoge Paul Wüst steht für Leidenschaft, Inspiration, Entwicklung, Nachhaltigkeit und Bescheidenheit. 

Sein aktuelles Projekt führt ihn mit dem Velo über 4300 km von Turin bis ans Nordkap und steht für Ausdauer, Strategie, Eigenständigkeit und Humanpower.

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29.05.2019 – 0 Kommentare

„Ich würde ja auch gerne mehr Sport machen, aber irgendwie schaffe ich das nicht“. Eine Aussage, welche ich oft in meinem Freundeskreis und bei der Arbeit höre, sobald ich von meinen sportlichen Zielen erzähle. Auch wenn man das von aussen vielleicht nicht denken würde, kenne ich das Gefühl, dass ein guter Vorsatz nicht umgesetzt wird, ganz gut.

Es lässt sich sehr gut bildlich mit einem „Drei-Kreise-Modell“ erklären. Es sind drei konzentrische Kreise:
Innen ist die Komfortzone, umschlossen von der Entwicklungszone und der Panikzone aussen.

  • In der Komfortzone fällt uns alles leicht, wir können ohne grosse Anstrengung Leistung erbringen. Es sind lauter vertraute Tätigkeiten, Orte oder Personen in dieser Zone.
  • Die Entwicklungszone beschreibt Herausforderungen, welche mehr Energie erfordern. Es braucht Überwindung von der Komfort- in die Entwicklungszone zu gelangen. Offen bleibt, ob eine Herausforderung gemeistert werden kann oder nicht.
  • Wird eine bestimmte Schwelle von unbekannten Aufgaben überschritten, kommt man die Panikzone, welche durch negativen Stress und Unsicherheit gekennzeichnet ist. Für eine Person, welche noch nicht regelmässig Sport treibt, ist das Trainieren keine Tätigkeit, welche sich in der Komfortzone befindet. Es braucht daher am Anfang einen grösseren Effort.

Im Ursprung braucht es ein realistisches Ziel, ganz nach dem Motto „If you can dream it, you can do it“. Es braucht die Intension den Komfortbereich zu verlassen. Es kann sein, dass man sich einen Wettkampf auswählt, welchen man meistern möchte, sich eine eigene Challenge ausdenkt, wie zum Beispiel: „In vier Wochen möchte ich 45 Minuten ohne Gehpausen laufen können“ oder man nimmt sich vor, drei sportliche Aktivitäten in der Woche auszuüben. Es hilft, wenn die Ziele konkret und überprüfbar formuliert werden. Es kann auch hilfreich sein, sich die Ziele zusammen mit einer befreundeten Person vorzunehmen.

Als nächstes rate ich, das Ganze im Voraus etwas zu planen, in der Agenda verbindliche Zeitfenster zu reservieren. Was braucht es, um dieses Ziel zu erreichen (Training, Material, Ernährung, etc.)? Als dritter Tipp: „Das Leben ist ein Marathon, kein Sprint“. Man muss nicht gleich am Anfang das ganze Pulver verschiessen, sondern sich langsam an die Herausforderung herantasten – das ist viel nachhaltiger. Übertreibe ich es beim ersten Training und habe danach vier Tage üblen Muskelkater, braucht es für das nächste Mal sehr viel mehr Überwindung das Training zu starten.

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, an dem Northcape4000 teilzunehmen, das Ziel fasziniert mich, da ich am Anfang nicht genau wusste, wie ich dieses Radrennen über 4300 km schaffen würde. Als erstes habe ich einen Plan erstellt, was für Komponenten wichtig sind, um diese Leistung zu erbringen zu können (Training, Ernährung, Mental, Material, Taktik) und habe mir daraus eine Timeline und einen Trainingsplan geschrieben. Immer am Freitag mache ich einen Abgleich von der Planung und meinen Aktivitäten. Würde ich mir jedes Mal, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, von Grund auf frisch überlegen, ob ich heute trainieren möchte oder nicht, würde ich –  ganz ehrlich –  die Hälfte der Zeit auf dem Sofa sitzen bleiben.

Je mehr man sich sportlich betätigt, verschiebt sich das Training von der Entwicklungszone in die Komfortzone und es fällt einem immer leichter es zu machen.  In dem Sinne: Sucht euch Ziele, plant sie verbindlich und verschiesst euer Pulver nicht am Anfang, denn das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon.